Freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege (FJD)

Das Freiwillige Jahr in der Denkmalpflege (FJD) ist ein Bildungs- und Orientierungsjahr für Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 16 bis 27 Jahren. Das FJD ist eine Form des Freiwilligen Sozialen Jahres und basiert auf dem 2011 von der Bundesregierung eingeführten Gesetz über den Bundesfreiwilligendienst (BFDG).

Das Freiwillige Jahr in der Denkmalpflege dauert in der Regel zwölf Monate. Es beginnt am 1. September und endet am 31. August des Folgejahres. Das FJD kann bei der Stiftung für Hochschulzulassung, ehemals ZVS als Wartesemester angerechnet werden, einzelne Stellen konnten anerkannte Kriegsdienstverweigerer als Ersatz für den Zivildienst geltend machen. Es wird von den Ländern und einzelnen Trägern finanziell unterstützt und durchgeführt. Das Freiwillige Jahr in der Denkmalpflege kann auch im Ausland abgeleistet werden. Seit 2007 absolvieren jährlich etwa 250 Teilnehmer das FJD.

Die Leitung der einzelnen Jugendbauhütten organisiert insgesamt 30 Seminartage, aufgeteilt in sechs Wochen.In den Seminarwochen werden Themen wie Geschichte und Aufgaben des Denkmalschutzes, Arbeitsmethoden, Stil- und Materialkunde sowie rechtliche Grundlagen der Denkmalpflege theoretisch und praktisch behandelt. Die Ausgestaltung der Seminare erfolgt durch fachkundige Referenten und durch Selbstorganisation.

Den Kosten des FJD liegen Richtwerte der Förderung nach § 9 des Jugendfreiwilligendienstgesetzes zugrunde. Sie werden getragen (Jugendbauhütte Romrod, 2006) zu ca. 17 % aus Eigenleistungen der Einsatzstelle, 4 % aus Landes- und europäischen Förderungsmitteln, 6 % durch das Bundesamt für Zivildienst und 73 % durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. An anderen Orten können kommunale Fördermittel hinzutreten. FJD-Teilnehmer erhalten ein monatliches Taschengeld, Verpflegung sowie Unterkunft gestellt.

Als Einsatzstellen kommen gemeinwohlorientierte Einrichtungen in Frage, die in ihrer Arbeit denkmalpflegerische Aspekte beachten (Denkmalbehörden, Museen, Vereine) sowie Handwerks- und Baubetriebe, Restaurierungswerkstätten sowie Architektur- und Planungsbüros oder ähnliches. Der Deutsche Handwerkskammertag hat entschieden, dass bei Vorliegen der ausbildungsberechtigenden Voraussetzungen in der Einsatzstelle das FJD auf die Dauer einer folgenden Berufsausbildung angerechnet werden kann.

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